Umbrella License: Kritisches Prüfen lohnt sich


Stellungnahme zur Schirmlizenz der Firma MPLC

Die Firma MPLC (Motion Picture Licensing Company) hat in der Vergangenheit immer wieder Pfarrämter in der deutschsprachigen Schweiz angeschrieben und für eine «Umbrella License», eine Schirmlizenz für die Filmvorführung in Pfarrämtern, geworben. Bei uns eingegangene Rückmeldungen zeigen, dass die Schreiben von MPLC bei zahlreichen Empfängern Verunsicherung ausgelöst haben und diese dem falschen Eindruck unterlagen, man könne bei Kauf einer solchen Schirmlizenz uneingeschränkt alle Filme zeigen, was letztlich nicht stimmt.

Hintergrund des Angebotes der MPLC

Laut schweizerischem Urheberrecht dürfen Filme mit privaten Vorführrechten nur im engsten Freundes- und Familienkreis sowie im streng unterrichtlichen Rahmen gezeigt werden. Alle Filmvorführungen, die nicht im Rahmen des schulischen Religionsunterrichtes durchgeführt werden (Filme im Gottesdienst, Jugendgottesdienst, Gemeinde- und Jugendlager, Jugendgruppe, Suppentag, Bibelgruppe, Erwachsenenbildung, Seniorenarbeit usw.) bedürfen einer Erlaubnis zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung, die nur vom Rechteinhaber erteilt werden kann. Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum sind solche Vorführungen nicht durch die Pauschalabkommen der reformierten und der katholischen Kirche abgegolten. Ein grosses Angebot hochwertiger Filme im Angebot von Relimedia verfügt über dieses Recht (Ö). Die Filme sind am grünen Ö-Aufkleber auf der DVD-Hülle zu erkennen und im Katalog unter «Rechte» mit «Ö» bezeichnet.

Gelegentlich haben Kirchgemeinden und Pfarrämter den Wunsch, im Rahmen ihres Angebotes Filme zu zeigen, die nicht über das Recht Ö verfügen. Sie müssen bei den Inhabern der Filmrechte das Vorführrecht für eine einzelne Veranstaltung einholen, das in der Regel mit Fr. 200.– bis 400.– in Rechnung gestellt wird. Solche Beträge sind für kleinere Kirchgemeinden häufig eine Überforderung.

Die Schirmlizenz der MPLC

Vor diesem Hintergrund bietet die MPLC eine Schirmlizenz für die Filmvorführung in Kirchgemeinden an. Bedingungen für die Vorführung sind:

  • Die Aufführung muss nichtkommerziell sein.
  • Es darf kein Eintritt verlangt werden.
  • Es darf keine grosse Werbung für die Filmvorführung betrieben werden (keine Originalplakate, Keine Nennung des Filmtitels, keine namentliche Erwähnung des Produzenten etc.).
  • Die Vorführung muss indoor abgehalten werden (kein Openair).

Die MPLC arbeitet nach eigenen Angaben mit zahlreichen Rechteinhabern zusammen und kann daher eine grosse Anzahl an Filmtiteln anbieten, die auch für Kirchen interessant sind. Auf der Website von MPLC heisst es zu den Rechten: «Eine MPLC Umbrella License® ermöglicht legale öffentliche Vorführungen der urheberrechtlich geschützten filmischen Werke von über 940 Rechteinhabern» (Hervorhebung durch den Autor). Eine Liste mit den Rechteinhabern ist auf der Website von MPLC abrufbar. Die mit der Schirmlizenz erworbenen Vorführrechte gelten also ausschliesslich für die in dieser Liste aufgeführten Rechteinhaber.

Schirmlizenz: Wie kann man sich verhalten?

Wer sich für den Kauf einer Schirmlizenz entscheidet, kann nicht automatisch davon ausgehen, dass damit sämtliche Spielfilme einfach öffentlich vorgeführt werden dürfen. Die Schirmlizenz gilt nur für Filme der Rechtegesellschaften, die bei MPLC unter Vertrag sind. Trotz Schirmlizenz rät Relimedia der vorführenden Gemeinde, in jedem Fall konkret nachzuprüfen, ob der gewünschte Titel unter die Schirmlizenz fällt.

 

Zürich, 29. Mai 2018

Peter Weskamp, Leiter Relimedia


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